Salut

Salut

Helmut Lachenmann – Salut für Caudwell
AAA- – -AAA
Timm Roller
Thilo Ruck

Das Stück hat unser Duo gegründet. Nach einem ersten Preis beim Karlsruher Wettbewerb für zeitgenössische Kammermusik 2013 nutzten wir den Rückenwind, um an eigenen Projekten weiterzuarbeiten und Stücke für uns in Auftrag zu geben. Salut für Caudwell ist nicht nur von Helmut Lachenmann, es ist darüberhinaus ein Stück, das eine Wende in seinem Schaffen und – von ihm beeinflusst – in der gesamten Neuen Musik exemplarisch verkörpert: abermals findet eine Öffnung der Musik statt, und zwar zurück zu sich selbst. Durchgehende Rhythmen und spürbare Metren sind wieder möglich, Instrumentalist*innen dürfen ihr Instrument vollumfänglich spielen – und dennoch ist alles anders, ungewohnt; und nie ist etwas für lange Zeit sicher, erreicht, etabliert.

So unmittelbar fasslich und einleuchtend wie in Salut für Caudwell ist Neue Musik selten, und ebenso selten ist Musik so gut und gleichzeitig treffsicher für Gitarre überhaupt komponiert.


„Lachenmann kondensiert Figürliches soweit, bis es zum elementaren Impuls verdichtet ist. Relativ schnelle Klangfolgen erscheinen wiederum als aus solchen Impulsen zusammengesetzt. Es handelt sich um eine leicht nachvollziehbare instrumentale Handhabung der Gitarre, die auf spieltechnischer Ebene aber fernab jeglicher Tradition steht. Ganz im Gegensatz zu den sich im Spielverlauf evident herausschälenden allgemeinen Gitarren-Konnotationen wie die hohe Kultur der Sololiteratur, die zur ältesten Instrumentalmusik überhaupt zählt, einerseits, sowie der Gebrauch der „Klampfe“ als bloßes Begleitinstrument zu politischer Agitationsmusik andererseits. Und genau diese zwei Ebenen – als Aura mit dem Instrument verbunden – führen im Stück zur Integraion eines politischen Textes in artifizielle Kunstmusik. Der Sprechrhythmus wird Spielrhythmus wird – und das ist die zentralste Ebene im Stück wie bei Lachenmann generell – Körperrhythmus.“ (nach Nicolaus A. Huber – Durchleuchtungen)